Pferdewippen

Ganzkörperwippe mit Eichenkufen 50x100cm
TOP
299,00 EUR
inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand
Ganzkörperwippe mit Eichenkufen 60x200cm
TOP
779,00 EUR
inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand
Dreh-Ei
TOP
Lieferzeit: ca. 1 Woche ca. 1 Woche
(Ausland abweichend)
339,00 EUR
inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand
Drehteller Schwerlast
549,00 EUR
inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand
Kleinhundewippe
129,00 EUR
inkl. 19% MwSt. zzgl. Versand
Zeige 1 bis 13 (von insgesamt 13 Artikeln)

Warum wippen?

Ein schön bemuskeltes, sinnvoll gymnastiziertes Pferd ist der Traum aller. Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom und ich möchte hier den faszinierenden mit Gerätetraining vorstellen.

Aus der Humanphysiotherapie ist schon lange bekannt, dass alle Übungen mit instabilen Untergründen gut sind, um die tiefen Muskelschichten entlang der Wirbelsäule anzusprechen. Dies Muskeln sind sind an sich schwer zu trainieren und für die Tiefenwahrnehmung und die Stellung des Pferdekörpers im Raum zuständig. Durch die kleinen, feinen Anspannungen der Rumpfmuskulatur erreichen wir beim Wippentraining Effekte für den Bewegungsapparat, wie man sie auch von Yoga, Tai-Chi oder Pilates kennt. Da es aber noch anspruchsvoller ist, seinem Pony den „Morgengruß“ aus dem Yoga nahezubringen, nutzen wir die Instabilität.

Womit wippen?

Für Gerätetraining kann man gut Wippen nutzen. Ich meine hierbei nicht solche Stege aus dem Trail, die nur mit einem Rundholz von unten für ein kurzes Wippvergnügen sorgen, sondern die von mir entwickelten Kufenwippen. Sie haben ein sanftes Bewegungsende und sind damit deutlich gelenkschonender als jene, die nach dem Passieren des Umschlagpunktes mit einem mehr oder weniger hartem „Pock“ auf dem Boden auftreffen. Bis ich die richtige Rundung herausgefunden hatte, verging einige Zeit, ich experimentierte mit verschiedenen Polstermaterialien und bin heute bei Kufen angelangt, die fast bis zum Ende der Trittfläche reichen. Zudem kann man durch das Variieren der Untergründe - Sand, Gras, Gummimatte, etc.- die Schwierigkeitsgrade verändern.
Es ist wichtig, die Stellfläche mit rutschhemmender Oberfläche zu versehen und alle Kanten abzurunden. Bringt man die Kufen leicht schräg an, so ist die Wippe auch vor seitlichem Umschlagen sicher, wenn das Pferd ungeschickt auf den Rand tritt.

Womit trainieren? Beispiel Ganzkörperwippe

Die Ganzkörperwippe, auf die genau ein ganzer Pferdekörper passt, hat als Stellfläche ein Maß von 150x60 cm und ist für Ponys ab 120cm geeignet, auch Warmblüter bis 180 können gut auf dieser Fläche stehen und wippen. Für kleine Equiden mit geringerem „Radstand“ haben wir auch entsprechend kleiner Modelle. Das Muskeltraining mit der Ganzkörperwippe ist eine echte Allround-Übung.
Darüber hinaus kann man sie natürlich auch als Zweibein-Wippe nutzen. Für Vor- oder Hinterhandtraining ist sie ebenso geeignet. Fortgeschrittene, deren Pferde gut auf Fingerzeig die Beine umsetzen, können ihr Pferd auch eine Vor- bzw. Hinterhandwendung machen lassen. Genauso schön kann ein seitliches Betreten und Passieren mit nur zwei Hufen sein, um sein Pferd körperlich und geistig zu fordern.

Wir bauen die Ganzkörperwippe in drei Größen: 50x100cm, 60x125cm und 60x150cm. Welche für Ihr Pferd passt, sehen SIe im Größenfinder.

Was wird trainiert?

Durch das Wippen in Längsrichtung muss das Pferd die Rumpfträger, also die Bauchmuskeln anspannen. Erst wenn diese Muskeln stark genug sind, kann das es auch den Rücken aufwölben. Außerdem werden auf der GKW die Schultergliedmaßen,  die Brust- sowie die Kruppenmuskulatur trainiert. Dad urch, dass die Stellfläche begrenzt ist, muss das Pferd bei Auf- und Abgang seine 4 Hufe gezielt setzen- und dass, während der Untergrund instabil ist. Die Koordinationsfähigkeit und das Körpergefühl werden dadurch besser. Natürlich profitiert auch das Nervenkostüm von Wippentraining sehr.

Gewöhnung Instabilität

Durch diesen Aufbau stellen wir sicher, dass unser Pferd im Vertrauen bleibt und wir abschätzen können, was es schon kann uns was nicht.
Die Aufgabe läuft in folgenden Schritten ab:
Wir benutzen immer 4 Pylonen, die an jede Ecke des Gerätes gestellt werden. Man bleibt gerade mit seinem Pferd davor stehen. Wenn es mindestens eine Sekunde lang höflich steht, sprechen wir das gewünschte Signal aus z.B. „Rauf“ und bewegen uns dann selbst auf die Unterlage. Wir bewegen uns rückwärts, weil wir damit erreichen, dass das Pferd gerade hinauf geht. Beim allerersten Durchgang einer neuen Aufgabe wird jeder Schritt, der trifft, geclickt und gefüttert. Dann gibt es 2-3 Clicks für ruhiges, höfliches Stehen von 1-4 Sekunden Dauer und dann geht es wieder runter. War alles geschmeidig, gibt es ab jetzt nur noch einen Click für den vierten Huf, der trifft und wieder fürs Stehen. Fünf Mal wiederholen, klappt alles, Gerät modifizieren.

Beispiele:
Flache Gummimatte 250x100cm
dieselbe mit Silofolie darunter
alte Matratze
stabile Holzplatte, Tür mit Silofolie
blaue Turnmatte 150x100cm

Erst wenn unser Pferd
    ⁃    ruhiges Stehen davor
    ⁃    promptes Betreten
    ⁃    gerades Betreten
    ⁃    vollständiges Betreten
    ⁃    ruhiges Stehen darauf kann, kommt die Wippe zum Einsatz.

Entweder wir buddeln sie im Sand ein oder wir stabilisieren sie mit 2 Kanthölzern, damit sie ganz fest liegt. Dann reduzieren wir in mindestens 4 Schritten die Stabilisierung, um Vertrauen und Muskulatur gleichermaßen Schritt halten lassen zu können.
Wenn unser Pferd freudig auf die ungebremste Wippe steigt, können wir über den Futterpunkt – vor, zurück, hoch, tief- Bewegung hervorrufen, die wir dann wieder clicken und woanders füttern können. So kommt man mehr und mehr in Bewegung. Wichtig ist es, nicht die Wippe, sondern das Pferd zu clicken! Oft gibt es eine wunderbare Bewegung der Wippe, aber leider nur, weil ein Huf hochgenommen wurde, also schaut immer gut auf den ganzen Pferdkörper. Anfangs kann auch eine zweite Person hilfreich sein, die die Hinterhufe im Auge hat, währen man selbst sich auf Kopf/Hals und Vorhand konzentriert.
Wie wippen?
Um die allseits begehrten Bauchmuskeln zu aktivieren, muss das Pferd idealerweise in Dehnungshaltung arbeiten. Viele haben aber entdeckt, dass durch Heben und Senken des Kopfes die Wippe mit viel weniger Energieeinsatz in Bewegung gesetzt werden kann. Deswegen füttere ich immer sehr tief, um von Anfang an die richtige Haltung zu etablieren. Ebenso wichtig ist es, immer nur zu clicken, wenn alle 4 Hufe fest stehen, weil ein einfaches Beugen des Karpalgelenks oder der Fessel auch die Wippe wippt, aber deutlich weniger muskuläre Effekte hat.

 

Warum Clickern?

Ich trainiere solche Übungen mit dem Clicker, weil das Vertrauen stärker ist, wenn mein Tier weiß, dass es für eine gute Leistung eine gute Bezahlung bekommt. Die Herausforderung beim Clickertraining ist für viele die Höflichkeit. Aber nur mit einem Pferd, welches gesittet sein Maul von Mensch und Futtertasche fernhält, darf man Gerätetraining machen. Erstens macht es keinen Spaß und zweitens ist es gefährlich, wenn das Pferd ständig fragt, ob es nicht mal eben was zu fressen haben könne. Ich meine hier nicht nur das Risiko, sich einen lästigen Schnapper oder gar Beißer heranzuziehen, sondern die verminderte Konzentrationsfähigkeit während des Bettelns. Es werden alle Sinne und Muskeln gebraucht, um sein Gleichgewicht zu halten, da führt eine kleine Bewegung hin zur Futtertasche schnell zum Absturz vom Gerät.( Anleitungen zum Höflichkeitstraining in Buch und DVD „Agility mit Pferden“)